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Deutsche Wettlizenz: Der komplette Guide
Lange Zeit war die rechtliche Situation bei Sportwetten in Deutschland ein einziges Durcheinander. Anbieter operierten in Grauzonen, Spieler wussten nicht, ob sie legal wetteten, und die Behörden schauten mehr oder weniger tatenlos zu. Das hat sich grundlegend geändert. Seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 gibt es klare Regeln, eine zentrale Aufsichtsbehörde und echte Lizenzen für Wettanbieter. Wer heute in Deutschland auf Fußball, Tennis oder andere Sportarten wettet, kann das bei seriösen, staatlich kontrollierten Anbietern tun. Tippe legal und sicher über unser Portal.
Dieser Artikel erklärt alles, was Tipper über die deutsche Wettlizenz wissen müssen. Welche Anbieter sind zugelassen? Welche Regeln gelten für Spieler? Was bedeutet der Spielerschutz in der Praxis? Und was passiert, wenn man bei einem nicht lizenzierten Anbieter wettet? Keine juristischen Spitzfindigkeiten, sondern verständliche Informationen für alle, die wissen wollen, wie das Wetten in Deutschland funktioniert.
Die Geschichte der deutschen Sportwetten-Regulierung
Um zu verstehen, warum die aktuelle Regulierung so aussieht, wie sie aussieht, lohnt ein Blick in die Vergangenheit. Die Geschichte der Sportwetten in Deutschland ist eine Geschichte von Verboten, Grauzonen und gescheiterten Reformversuchen.
Bis 2006 war das Sportwettenangebot in Deutschland praktisch ein staatliches Monopol. Die einzigen legalen Wetten waren die des Deutschen Lotto- und Totoblocks, also Oddset und ähnliche Angebote. Private Anbieter waren verboten, was aber niemanden daran hinderte, auf Malta oder Gibraltar Lizenzen zu erwerben und deutsche Kunden über das Internet zu bedienen. Die Behörden waren machtlos, und die Spieler wetteten fröhlich bei Anbietern, deren rechtlicher Status ungeklärt war.

Der erste Versuch einer Neuregulierung kam 2008 mit dem Glücksspielstaatsvertrag, der das staatliche Monopol bestätigte und private Anbieter weiterhin ausschloss. Dieser Vertrag wurde jedoch vom Europäischen Gerichtshof kritisiert, weil er nicht kohärent war: Einerseits sollte das Monopol die Spielsucht bekämpfen, andererseits machten die staatlichen Anbieter selbst massive Werbung für ihre Produkte. Das passte nicht zusammen.
2012 folgte der Glücksspieländerungsstaatsvertrag, der erstmals Lizenzen für private Sportwettenanbieter vorsah. Allerdings waren diese Lizenzen auf 20 Stück begrenzt, und das Vergabeverfahren zog sich über Jahre hin. In der Zwischenzeit operierten die Anbieter weiter in einer rechtlichen Grauzone, geduldet von den Behörden, aber ohne echte Legitimation.
Schleswig-Holstein ging einen Sonderweg und vergab eigene Lizenzen an Online-Casinos und Wettanbieter. Das führte zu der absurden Situation, dass Anbieter für Spieler aus Schleswig-Holstein legal waren, für alle anderen Deutschen aber nicht. Manche Anbieter zeigten deshalb je nach Standort des Nutzers unterschiedliche Webseiten an.
Der Glückss pielstaatsvertrag 2021 als Wendepunkt
Am 1. Juli 2021 trat schließlich der Glücksspielstaatsvertrag 2021 in Kraft, der die Sportwetten-Landschaft in Deutschland grundlegend veränderte. Alle 16 Bundesländer hatten sich auf gemeinsame Regeln geeinigt, und erstmals gab es eine zentrale Behörde für die Aufsicht über Online-Glücksspiel.
Der neue Staatsvertrag legalisierte nicht nur Sportwetten, sondern auch Online-Poker und virtuelle Automatenspiele, die zuvor komplett verboten waren. Gleichzeitig führte er strenge Auflagen zum Spielerschutz ein. Das Ziel war klar: Den Schwarzmarkt austrocknen, indem man ein attraktives legales Angebot schafft, aber gleichzeitig die Spieler vor den Gefahren des Glücksspiels schützen.
Die Reaktionen auf den neuen Staatsvertrag waren gemischt. Die Wettanbieter begrüßten grundsätzlich die Legalisierung, kritisierten aber die strengen Auflagen. Spielerschützer meinten, die Regeln seien nicht streng genug. Und manche Spieler ärgerten sich über die neuen Einschränkungen, an die sie sich nicht gewöhnen wollten. Wie so oft lag die Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte.
Fest steht: Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 hat Rechtssicherheit geschaffen, die es vorher nicht gab. Wer bei einem lizenzierten Anbieter wettet, tut das vollkommen legal und kann sich darauf verlassen, dass seine Einzahlungen sicher sind und seine Gewinne ausgezahlt werden. Das ist ein echter Fortschritt gegenüber der chaotischen Situation der Vergangenheit.
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder
Mit dem neuen Staatsvertrag wurde auch eine neue Behörde geschaffen: die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, kurz GGL. Sie hat ihren Sitz in Halle an der Saale und ist seit Januar 2023 vollständig operativ. Die GGL ist zuständig für die Vergabe von Lizenzen, die Überwachung der Anbieter und die Durchsetzung der Regeln.

Die GGL führt eine sogenannte Whitelist, also eine Liste aller Anbieter, die über eine gültige deutsche Lizenz verfügen. Diese Liste ist öffentlich zugänglich und wird regelmäßig aktualisiert. Wer unsicher ist, ob ein Anbieter seriös ist, kann dort jederzeit nachschauen. Stand Januar 2026 sind etwa 30 Sportwettenanbieter auf der Whitelist verzeichnet, darunter bekannte Namen wie Bet365, Bwin, Tipico, Betano und Winamax. Informiere dich auch über die aktuell gültige Deutsche Wettlizenz 2026.
Die GGL hat weitreichende Befugnisse, um gegen illegale Anbieter vorzugehen. Sie kann Webseiten sperren lassen, Zahlungsströme unterbinden und Bußgelder verhängen. In der Praxis ist das allerdings nicht immer einfach, denn viele illegale Anbieter sitzen im Ausland und sind schwer greifbar. Die Behörde arbeitet deshalb auch mit internationalen Partnern zusammen und setzt auf technische Maßnahmen wie IP-Blocking und Payment-Blocking.
Für Spieler ist die GGL auch als Beschwerdeinstanz relevant. Wer Probleme mit einem lizenzierten Anbieter hat, etwa weil Gewinne nicht ausgezahlt werden oder weil er sich ungerecht behandelt fühlt, kann sich an die GGL wenden. Die Behörde prüft dann den Fall und kann den Anbieter zur Rechenschaft ziehen. Das ist ein wichtiger Unterschied zu nicht lizenzierten Anbietern, bei denen Spieler im Streitfall praktisch keine Handhabe haben.
Was die deutsche Wettlizenz für Anbieter bedeutet
Um eine deutsche Wettlizenz zu erhalten, müssen Anbieter strenge Voraussetzungen erfüllen. Das Antragsverfahren ist aufwendig und kostspielig, was kleinere Anbieter abschreckt, aber auch sicherstellt, dass nur seriöse Unternehmen auf dem Markt tätig sind.
Zu den Grundvoraussetzungen gehört zunächst die finanzielle Stabilität. Der Anbieter muss nachweisen, dass er über ausreichend Kapital verfügt, um seine Verpflichtungen gegenüber den Spielern zu erfüllen. Dazu gehört eine Bürgschaft in Höhe von fünf Millionen Euro, die als Sicherheit für den Fall dient, dass der Anbieter zahlungsunfähig wird. Außerdem müssen die Spielergelder getrennt vom Betriebsvermögen aufbewahrt werden, damit sie im Insolvenzfall geschützt sind.
Die technischen Anforderungen sind ebenfalls hoch. Die Anbieter müssen ihre Systeme an das länderübergreifende Glücksspielaufsichtssystem LUGAS anschließen. Dieses System ermöglicht eine zentrale Überwachung des Spielverhaltens und stellt sicher, dass die gesetzlichen Limits eingehalten werden. Außerdem müssen die Anbieter umfangreiche Daten an die Behörde übermitteln und regelmäßige Prüfungen über sich ergehen lassen.
Zum Spielerschutz gehören verpflichtende Maßnahmen wie die Identitätsprüfung bei der Registrierung, die Einhaltung von Einzahlungslimits und die Anbindung an das Sperrsystem OASIS. Anbieter müssen außerdem aktiv nach Anzeichen von problematischem Spielverhalten Ausschau halten und betroffene Spieler ansprechen oder sperren.
Die Werbung ist ebenfalls reguliert. Glücksspielwerbung im Fernsehen und Internet ist nur zwischen 21 Uhr und 6 Uhr erlaubt, und auch dann nur mit Einschränkungen. Außenwerbung ist generell verboten, außer in Sportstätten. Die Werbung darf Minderjährige nicht ansprechen und muss auf die Risiken des Glücksspiels hinweisen.
Spielerschutz in der Praxis
Der Spielerschutz ist das zentrale Anliegen der deutschen Glücksspielregulierung. Eine Reihe von Maßnahmen soll verhindern, dass Menschen in die Spielsucht abrutschen oder mehr Geld verlieren, als sie sich leisten können.
Die bekannteste und umstrittenste Maßnahme ist das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro. Dieses Limit gilt anbieterübergreifend, nicht pro Buchmacher. Wer bei Anbieter A 600 Euro eingezahlt hat, kann im selben Monat bei allen anderen Anbietern zusammen nur noch 400 Euro einzahlen. Die technische Umsetzung erfolgt über das LUGAS-System, das die Einzahlungen aller Spieler zentral erfasst.

Das Einzahlungslimit ist umstritten. Kritiker argumentieren, dass es erfahrene Tipper bevormundet, die ihre Finanzen im Griff haben. Befürworter halten dagegen, dass der Schutz von Problemspielern wichtiger ist als die Freiheit von Vielspielern. In der Praxis führt das Limit dazu, dass manche Spieler zu nicht lizenzierten Anbietern abwandern, die keine Limits haben. Ob das im Sinne des Spielerschutzes ist, ist fraglich.
Das OASIS-Sperrsystem ist eine weitere wichtige Schutzmaßnahme. OASIS steht für Online-Abfrage Spielerstatus und ist eine bundesweite Sperrdatei, die vom Regierungspräsidium Darmstadt geführt wird. Spieler können sich selbst sperren lassen, wenn sie merken, dass ihr Spielverhalten problematisch wird. Die Sperre gilt dann bei allen lizenzierten Anbietern, sowohl online als auch in Spielhallen und Spielbanken.
Eine Selbstsperre ist mindestens drei Monate lang wirksam und kann nicht vorzeitig aufgehoben werden. Das soll verhindern, dass Spieler in einem schwachen Moment die Sperre widerrufen und weiterspielen. Nach Ablauf der Mindestdauer kann die Aufhebung beantragt werden, aber auch das ist ein bewusster Prozess, der Zeit braucht.
Neben der Selbstsperre gibt es auch die Fremdsperre. Angehörige von Spielern können eine Sperre beantragen, wenn sie den Eindruck haben, dass die Person spielsüchtig ist. Auch die Anbieter selbst können Spieler sperren, wenn sie auffälliges Verhalten beobachten. In beiden Fällen wird der Betroffene angehört, bevor die Sperre wirksam wird.
Was passiert, wenn man bei nicht lizenzierten Anbietern wettet?
Trotz der Regulierung gibt es nach wie vor zahlreiche Anbieter, die ohne deutsche Lizenz operieren und deutsche Kunden bedienen. Diese Anbieter sitzen typischerweise in Malta, Gibraltar, Curacao oder anderen Ländern mit lockerer Regulierung und nutzen die Schwierigkeiten der deutschen Behörden, gegen sie vorzugehen.
Für Spieler ist das Wetten bei nicht lizenzierten Anbietern rechtlich eine Grauzone. Es gibt keine Strafbarkeit für Spieler, das heißt, man macht sich nicht strafbar, wenn man bei einem solchen Anbieter wettet. Das Risiko liegt woanders: Bei nicht lizenzierten Anbietern hat man keinen rechtlichen Schutz, wenn etwas schiefgeht.
Wenn ein nicht lizenzierter Anbieter die Gewinne nicht auszahlt oder plötzlich vom Markt verschwindet, steht man als Spieler ziemlich alleine da. Man kann zwar theoretisch klagen, aber praktisch ist das kaum durchsetzbar, wenn der Anbieter seinen Sitz irgendwo in der Karibik hat. Die GGL kann in solchen Fällen nicht helfen, weil sie nur für lizenzierte Anbieter zuständig ist.
Ein weiteres Risiko betrifft die Zahlungsabwicklung. Die deutschen Behörden arbeiten daran, Zahlungen an nicht lizenzierte Glücksspielanbieter zu unterbinden. Manche Banken und Zahlungsdienstleister blockieren bereits Transaktionen zu bestimmten Anbietern. Das kann bedeuten, dass Einzahlungen scheitern oder Auszahlungen nicht ankommen. Im schlimmsten Fall bleibt das Geld irgendwo hängen.
Interessant ist auch die steuerliche Seite. Einige Juristen argumentieren, dass Gewinne bei nicht lizenzierten Anbietern nicht unter die Steuerfreiheit für Glücksspielgewinne fallen, weil das Glücksspiel selbst illegal war. Das könnte bedeuten, dass solche Gewinne versteuert werden müssten. Die Rechtsprechung dazu ist allerdings noch nicht eindeutig.
Die Vorteile der deutschen Lizenz für Spieler
Bei einem lizenzierten Anbieter zu wetten, hat handfeste Vorteile. Der wichtigste ist die Sicherheit: Das Geld ist geschützt, die Gewinne werden ausgezahlt, und im Streitfall gibt es eine Anlaufstelle.
Die Bürgschaftspflicht und die Trennung von Spieler- und Betriebsgeldern bedeuten, dass das eingezahlte Guthaben auch dann sicher ist, wenn der Anbieter in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Das ist kein theoretisches Szenario: In der Vergangenheit gab es durchaus Fälle, in denen Wettanbieter pleite gingen und Spieler ihr Guthaben verloren. Bei lizenzierten Anbietern ist dieses Risiko deutlich geringer.
Die verpflichtende Identitätsprüfung bei der Registrierung ist für manche Spieler lästig, hat aber auch Vorteile. Sie stellt sicher, dass Minderjährige nicht wetten können, und erschwert Betrugsversuche. Außerdem verhindert sie, dass ein Spieler mehrere Konten bei demselben Anbieter eröffnet, um Bonusangebote zu missbrauchen.
Die Spielerschutzmaßnahmen mögen manchmal wie Bevormundung wirken, können aber im Ernstfall sehr wertvoll sein. Wer in die Spielsucht abzugleiten droht, hat bei einem lizenzierten Anbieter Werkzeuge zur Hand, um sich selbst zu schützen: Einzahlungslimits, Selbstsperren, Realitätschecks. Nicht lizenzierte Anbieter bieten diese Funktionen oft nicht oder nur eingeschränkt.
Ein weiterer Vorteil ist die Rückzahlungsmöglichkeit bei illegalen Anbietern. Es gibt mittlerweile eine Reihe von Gerichtsurteilen, die besagen, dass Spieler ihre Verluste bei nicht lizenzierten Anbietern zurückfordern können, weil die Verträge nichtig waren. Das betrifft vor allem Verluste, die vor dem 1. Juli 2021 entstanden sind, als praktisch alle Online-Anbieter ohne gültige deutsche Lizenz operierten. Wer in dieser Zeit größere Summen verloren hat, sollte prüfen, ob eine Rückforderung möglich ist.
Welche Wettarten sind in Deutschland erlaubt?
Der Glücksspielstaatsvertrag regelt nicht nur, wer wetten darf, sondern auch worauf gewettet werden darf. Einige Wettarten, die bei ausländischen Anbietern üblich sind, sind in Deutschland nicht erlaubt.
Grundsätzlich erlaubt sind alle klassischen Sportwetten: Siegwetten, Handicap-Wetten, Torwetten, Livewetten und ähnliches. Die Breite der Wettmärkte ist vergleichbar mit dem, was man von internationalen Anbietern kennt. Bei einem Bundesliga-Spiel kann man auf Dutzende verschiedene Ausgänge wetten, von der Siegwette bis zur Anzahl der Eckbälle.
Nicht erlaubt sind hingegen Wetten auf negative Ereignisse. Die bekannteste davon ist die Abstiegswette: Man darf nicht darauf wetten, welche Mannschaft am Ende der Saison absteigt. Die Begründung ist, dass solche Wetten Manipulationsanreize schaffen könnten. Wenn jemand viel Geld darauf gewettet hat, dass ein bestimmter Verein absteigt, könnte er versucht sein, diesen Ausgang zu beeinflussen.
Auch Wetten auf eSports sind in Deutschland stark eingeschränkt. Der Glücksspielstaatsvertrag verbietet Wetten auf virtuelle Ereignisse, und die Abgrenzung zu echten eSports-Wettbewerben ist rechtlich kompliziert. In der Praxis bieten die meisten lizenzierten Anbieter keine oder nur sehr wenige eSports-Wetten an. Das ärgert viele jüngere Tipper, für die eSports eine wichtige Sportart ist.
Politische Wetten und Gesellschaftswetten, also etwa Wetten auf den Ausgang einer Wahl oder auf das Geschlecht eines königlichen Babys, sind ebenfalls nicht erlaubt. Die Regulierer argumentieren, dass solche Wetten nichts mit sportlicher Leistung zu tun haben und daher nicht unter die Sportwettenregelung fallen.
Die Rolle der Werbung in der Regulierung
Ein wesentlicher Teil der deutschen Glücksspielregulierung betrifft die Werbung. Die Regeln sind streng, werden aber nicht immer konsequent durchgesetzt, was zu Kritik führt.
Glücksspielwerbung im Fernsehen und im Internet ist grundsätzlich nur zwischen 21 Uhr und 6 Uhr erlaubt. Die Idee dahinter ist, dass zu diesen Zeiten weniger Minderjährige vor dem Bildschirm sitzen. In der Praxis bedeutet das, dass man tagsüber keine Wettanbieter-Spots sieht, abends und nachts aber umso mehr. Besonders während der Bundesliga-Übertragungen am Samstagabend ist die Werbung für Sportwetten allgegenwärtig.

Außenwerbung für Glücksspiel ist generell verboten, mit einer wichtigen Ausnahme: in Sportstätten. Das erklärt, warum man in Fußballstadien überall die Logos von Wettanbietern sieht, aber keine Plakate in der Innenstadt. Diese Ausnahme ist umstritten, weil sie dazu führt, dass gerade sportbegeisterte Menschen, die eine höhere Affinität zu Sportwetten haben, besonders intensiv mit Werbung konfrontiert werden.
Die Sponsoring-Verträge zwischen Wettanbietern und Bundesligavereinen fallen ebenfalls unter die Werberegelungen. Tipico ist Partner des FC Bayern München, Bwin unterstützt Borussia Dortmund, und viele andere Vereine haben ähnliche Deals. Diese Partnerschaften sind für die Vereine lukrativ, stehen aber in der Kritik, weil sie das Glücksspiel im Kontext des Sports normalisieren würden.
Die Werbung muss bestimmte Warnhinweise enthalten. Der Satz „Glücksspiel kann süchtig machen“ ist Pflicht, ebenso wie die Angabe einer Beratungshotline. Minderjährige dürfen nicht angesprochen werden, und die Werbung darf keine falschen Versprechungen machen, etwa dass Gewinne garantiert seien.
Die europäische Dimension der Regulierung
Die deutsche Glücksspielregulierung existiert nicht im luftleeren Raum, sondern muss sich an europäisches Recht halten. Das führt zu Spannungen, die die Regulierung immer wieder vor Herausforderungen stellen.
Grundsätzlich gilt in der EU die Dienstleistungsfreiheit: Ein Unternehmen, das in einem EU-Land eine Lizenz hat, sollte seine Dienste auch in anderen EU-Ländern anbieten dürfen. Allerdings haben die Gerichte entschieden, dass Glücksspiel eine Ausnahme ist, weil es um den Schutz der öffentlichen Ordnung und der Gesundheit geht. Die Mitgliedstaaten dürfen also eigene Regeln aufstellen und verlangen, dass Anbieter eine nationale Lizenz erwerben.
Das bedeutet aber nicht, dass Deutschland völlig frei ist in seiner Regulierung. Die Regeln müssen verhältnismäßig und konsistent sein. Ein Verbot, das offiziell der Suchtbekämpfung dient, aber gleichzeitig von massiver staatlicher Glücksspielwerbung begleitet wird, ist nicht konsistent. Dieses Argument hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass deutsche Glücksspielverbote vor europäischen Gerichten gescheitert sind.
Die Anbieter mit Lizenzen aus Malta oder Gibraltar argumentieren oft, dass ihre Lizenzen in ganz Europa gelten müssten. Die deutschen Behörden sehen das anders und bestehen auf einer deutschen Lizenz. Dieser Konflikt wird wohl auch in Zukunft die Gerichte beschäftigen, aber für Spieler ist die praktische Konsequenz klar: Wer auf Nummer sicher gehen will, wettet bei einem Anbieter mit deutscher Lizenz.
Die Zukunft der deutschen Glücksspielregulierung

Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 ist nicht in Stein gemeißelt. Er enthält eine Evaluierungsklausel, die vorsieht, dass die Regelungen bis Ende 2026 überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Die Diskussionen darüber, was geändert werden sollte, laufen bereits.
Ein zentraler Kritikpunkt betrifft den Schwarzmarkt. Trotz der Regulierung wettet nach Schätzungen immer noch etwa ein Drittel aller deutschen Tipper bei nicht lizenzierten Anbietern. Das liegt zum Teil an den strengen Auflagen wie dem Einzahlungslimit, die manche Spieler als zu restriktiv empfinden. Die Frage, wie man den legalen Markt attraktiver machen kann, ohne den Spielerschutz zu opfern, ist schwer zu beantworten.
Ein weiteres Thema ist die Werbung. Kritiker bemängeln, dass Glücksspielwerbung immer noch zu präsent ist, insbesondere im Sport. Die Sponsoring-Verträge zwischen Wettanbietern und Bundesligavereinen werden von manchen als problematisch angesehen, weil sie das Glücksspiel normalisieren würden. Auf der anderen Seite finanzieren diese Verträge den deutschen Fußball mit, und ein Verbot würde die Vereine treffen.
Die Zukunft wird auch von technischen Entwicklungen beeinflusst. Kryptowährungen und Blockchain-Technologie könnten das Glücksspiel verändern, und die Regulierung muss darauf reagieren. Bisher sind Krypto-Zahlungen bei lizenzierten Anbietern in Deutschland nicht erlaubt, aber das könnte sich ändern.
Was man mit Sicherheit sagen kann: Die Glücksspielregulierung wird auch in Zukunft ein Balanceakt zwischen verschiedenen Interessen bleiben. Die Spieler wollen Freiheit und attraktive Angebote, die Spielerschützer wollen strenge Regeln, die Anbieter wollen Rechtssicherheit und faire Wettbewerbsbedingungen, und der Staat will Steuereinnahmen und gesellschaftlichen Schutz. Wie diese Interessen in Einklang gebracht werden können, ist eine politische Frage, die nicht endgültig beantwortet werden kann.
Praktische Hinweise für Tipper
Zum Abschluss einige konkrete Empfehlungen für alle, die in Deutschland legal wetten möchten.
Die Whitelist der GGL ist der erste Anlaufpunkt, um zu prüfen, ob ein Anbieter lizenziert ist. Die Liste ist auf der Webseite der Glücksspielbehörde frei zugänglich und wird regelmäßig aktualisiert. Ein Blick dorthin vor der Registrierung bei einem neuen Anbieter schadet nie.
Bei der Registrierung wird eine Identitätsprüfung verlangt. Das geht in der Regel über das Video-Ident-Verfahren oder durch Hochladen von Ausweisdokumenten. Das ist lästig, aber notwendig, und seriöse Anbieter machen es so schnell und unkompliziert wie möglich.
Das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro sollte man im Blick behalten. Wer bei mehreren Anbietern wettet, kann schnell an die Grenze stoßen. Es lohnt sich, die Einzahlungen zu planen und nicht kurz vor Monatsende festzustellen, dass das Limit erreicht ist.
Die Selbstsperre ist ein Werkzeug, das man kennen sollte, auch wenn man es hoffentlich nie braucht. Wer merkt, dass das Wetten zum Problem wird, sollte nicht zögern, sich sperren zu lassen. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Verantwortungsbewusstsein.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet unter der Telefonnummer 0800 1 37 27 00 kostenlose und anonyme Beratung für Menschen mit Glücksspielproblemen. Wer unsicher ist, ob sein Spielverhalten noch im grünen Bereich liegt, sollte nicht zögern, sich dort zu melden. Die Berater sind geschult und können helfen, die Situation einzuschätzen.
Verantwortungsvolles Wetten bedeutet, nur mit Geld zu spielen, dessen Verlust man verschmerzen kann. Wetten sollte Unterhaltung sein, kein Weg, um Rechnungen zu bezahlen oder Schulden abzubauen. Wer das beherzigt, kann die Bundesliga mit einem Wettschein in der Hand genießen, ohne sich Sorgen machen zu müssen.